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Presseberichte

Hier finden Sie Artikel, die über uns in verschiedenen Publikationen erschienen sind.

Erfolgreiche Saxophon-Wochen bei Helga und Nicole Kreul inTübingen

Kreul

26.01.2010 - Im Oktober und November wurde im Musikhaus Kreul das Saxophon zum Schwerpunkt-Instrument erklärt. Zahlreiche Veranstaltungen rund um dieses Instrument prägten die Wochen im Musikhaus. Vom Schnupperkurs für Anfänger mit Dieter Kraus vom Saxophon-Quintett „der 5. Mann“ bis zum Improvisationskurs mit Dirko Juchem, Selmer- und Vandoren-Tage mit Produktspezialisten aus diesen Häusern, die den Spielern in Einzelberatungen Tipps für Mundstück und Blatt und Ratschläge für gutes Üben mit auf den Weg gaben. Ergänzend gab es Pflegeworkshops. Die Teilnehmer wurden in einem Film in die Herstellung der Instrumente eingeweiht, anschließend präsentierten Helga und Nicole Kreul die neuesten Pflegemittel und demonstrierten deren fachgerechte Anwendung. Instrumentenbaumeister Günter Krahl überprüfte die Instrumente der Teilnehmer und führte kleinere Reparaturen direkt vor Ort durch. Alle Besucher konnten in einem Gewinnspiel ein Personal Coaching mit Dieter Kraus oder Klaus Pfister vom New Art Saxophon Quartett gewinnen. Die acht ausgelosten Spieler haben ihre ganz persönliche Unterrichtsstunde am 7. November 2009 im Musikhaus Kreul eingelöst.
Begeisterte Teilnehmer in allen Kursen baten um eine Wiederholung im neuen Jahr.

In einem anderen Projekt unterstützt das Musikhaus Kreul Vereine in der Ausbildungsarbeit. Zwei Dozenten der JAY-Workshop Academy gaben bei der Stadtkapelle Trochtelfingen und beim Musikverein Unterjettingen Unterricht für Saxophon, Klarinette und Querflöte. Die Profi-Musiker stehen weltweit auf der Bühne und wollen mit den Workshops den Orchestern die Möglichkeit geben zu üben wie die Profis. Sie vermitteln Anregungen, wie Atmung, Intonation und Technik verbessert werden können, stellen Spezialeffekte wie Flatterzunge und Glissando vor und zeigen den Weg, wie man solche Effekte beherrschen lernt. Udo Bertsch vom MV Unterjettingen: „Der Workshop bringt neue Impulse, verhilft aber auch unseren Lehrern zu mehr Glaubwürdigkeit.“ Bernd Hummel von der Stadtkapelle Trochtelfingen dankt allen Beteiligten für die engagierte Mitwirkung am Workshop und lobt die Arbeit des Dozenten Alexander von Hagke, der es mit seiner sympathischen und zugleich äußerst kompetenten Art trefflich verstand, auf die teilweise sehr unterschiedlichen Ansprüche und Fragen der Workshop-TeilnehmerInnen unterschiedlichen Alters und Leistungsvermögens einzugehen.

Der Wunsch für weitere Projekte mit den JAY-Dozenten im neuen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Musikhaus Kreul in Tübingen wird ernsthaft diskutiert.

Von der schwäbischen Provinz in die Welt und wieder zurück

privat

01.01.2009 - Die Werkbank stammt noch aus Großvaters Zeiten. Und gelegentlich kommt ihm auch schon mal wieder eine Marke Eigenbau unter die Finger. Der da hinter Fagotten, Oboen, Klarinetten und Querflöten hockt und mit Röhrchenzange, Miniaturfeile und Bunsenbrenner bewaffnet seinem kleinteilig fieseligen Geschäft nachgeht, das ist Joachim Kreul: seines Zeichens Tübingens „Holzblasinstrumentenmachermeister“.

Tübingen gilt ja gemeinhin – und sicher zu Recht – als die schwäbische Metropole der Dichter und Denker. Mit dem Namen Kreul freilich kommt auch die Musik ins Spiel. Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass sich die Instrumentenbaumeister Kreul von dem schwäbischen Provinzhauptstädtchen ausgehend einen Weltruf geschaffen und Handelsbeziehungen über den ganzen Globus geknüpft haben. Von Fernost in Japan und Taiwan bis in die USA – allerorten in den Kulturhochburgen der klassischen Musik gefragt und viel bestellt wurden die Klarinetten, Oboen und Querflöten aus dem Hause Kreul. Das Rezept im Hintergrund dieser Erfolgsgeschichte mag vielleicht am ehesten beschrieben werden als eine Mixtur aus schwäbischer Hartnäckigkeit und dem Wagemut des schwäbischen Unternehmertums. Zu guter Letzt aber kommt im Falle Kreul noch eine weitere – besonders selten gewordene Tugend ins Spiel: eine gehörige Portion an schwäbischer Bescheidenheit. Denn aus freien Stücken heraus präsentiert sich Kreul in Tübingen aktuell wieder als ein Zwei-Personen-Familienbetrieb – beinahe wie zu Großvaters Anfangszeiten…

Wer heute die Konrad-Adenauer-Straße 11 in Tübingen aufsucht, wird deswegen auf den ersten Blick auch gar nicht erkennen können, mit wem er es dort eigentlich zu tun hat und welch geballtem Fachwissen er dort begegnet. Klar: Der Name Kreul in Tübingen ist verwachsen mit den Holzblasinstrumenten – er steht nach wie vor für erstklassigen Instrumentenhandel, für eine hervorragende Reparaturwerkstatt und ebenso für einen exklusiven Mietservice. Wer Oboen, Klarinetten, Querflöten, Saxophone oder Fagotte kaufen, mieten oder reparieren lassen will – hier ist er recht am Platz. Und so trudeln an einem ganz gewöhnlichen Mittwochmorgen bei Kreul Kunden aus halb Süddeutschland ein: Da schaut der Klarinettist von den Stuttgarter Philharmonikern herein – die Mechanik der unteren Klappe ist ausgeleiert und muss fürs Konzert am Abend auf die Schnelle gerichtet werden. Da kommt ein Reisender vom Bodensee – er will ein Tenorsaxophon zur Miete. Und da kreuzt der Musikschullehrer aus Rottweil mit seiner Flötenschülerin auf – es geht darum, ein geeignetes Instrument herauszufinden… Sie alle finden, wonach sie suchen. Was aber die wenigsten wissen: Hinter dem Fachgeschäft verbirgt sich niemand anderer als der ehemalige Unternehmer von Welt, der auf dem Markt der Holzblasinstrumente, wenn man so sagen kann, die erste Flöte und Klarinette gespielt hat. Und der Mann, der da heute hinter seiner Werkbank sitzt und die Blasinstrumente wieder auf Vordermann bringt – er ist kein anderer als der vormalige Weltreisende in Sachen Holzblasinstrumente: Joachim Kreul.

Dass er das Unternehmen 1997 gegen das kleine, aber feine Fachgeschäft eingetauscht hat – für viele mag es im ersten Moment als eine Art Abstieg erscheinen. Joachim Kreul selbst kümmert das freilich herzlich wenig: Denn der Rückzug des damals 43-Jährigen aus dem Weltmarkt war zuallererst eine äußerst selbstbewusste und offensive Entscheidung aus freien Stücken heraus. Eine Entscheidung, die er gemeinsam mit seiner Frau Helga getroffen hat: für die vierköpfige Familie, für das Traditionshandwerk und – nicht zuletzt – für den direkten Draht zur Kundschaft: Weg von den anonymen Großhandelswegen, hin zum tête à tête zwischen dem Instrumentenbauer und Händler auf der einen und seiner musikverliebten Klientel auf der anderen Seite.

Etappen der Firmengeschichte: die Welt erobert und eingetauscht gegen 20 m2 Werkstatt
Service Die Wurzeln des Familienstammbaums Kreul reichen zurück ins Vogtland und den böhmisch-mährischen „Musikwinkel“ – einer Domäne des deutsch-tschechischen Musikinstrumenten-baus. Von dort her verschlug es Joachim Kreuls Großvater Hans im 1. Weltkrieg nach Tübingen, wo er 1919 das Musikhaus in der Pfleghofstraße gründete. Bereits damals wurde das Unternehmen auf zwei Säulen gestellt des Instrumentenbaus einerseits und des Instrumentenhandels andererseits. Während Hans Kreul (I) nun aber als Geigenbaumeister und Bogenmacher bekannt wurde, kommen mit seinem Sohn Hans (II) erstmals die Holzblasinstrumente nach Tübingen. Klarinetten, Oboen, Oboen d’Amore, Querflöten, Piccoloflöten, Englischhörner – alles, was in die Gattung der Holzblasinstrumente gehört, wurde nach dem 2. Weltkrieg in Eigenregie made by Kreul produziert. Unter der Ägide von Joachims Vater Hans wird auch erstmals exportiert: Nordamerika, Skandinavien und Japan werden als Absatzmärkte erschlossen. Mit Joachim Kreul bleibt nun auch die dritte und gegenwärtige Generation der Branche treu. Die Lehre im väterlichen Betrieb durchlaufen, legt Joachim 1976 die Meisterprüfung ab, ehe er 1980 den Dirigentenstab des Unternehmens übernimmt. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt der Export – besonders die Achse Japan wird weiter ausgebaut. Im Familienbetrieb stehen mittlerweile 40 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Doch der Wandel vom Tübinger Musikhaus zum Weltunternehmen ersten Ranges vollzieht sich erst in zwei weiteren Etappen. 1986 übernimmt Joachim Kreul mit dem Oboenspezialisten Strasser-Marigaux bei Paris keinen Geringeren als den Weltmarktführer im Oboenbau für Profimusiker. Jetzt werden 110 Mitarbeiter beschäftigt und die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: 1991, nach der Wende, folgt Meilenstein Nummer zwei: Kreul steigt jetzt in eine Holding ein und übernimmt mit F. A. Uebel einen der führenden Betriebe für Holzblasinstrumente in Ostdeutschland, die Zahl der Beschäftigten insgesamt wächst zu Spitzenzeiten auf 140. Mit den Marken Kreul, Marigaux und Uebel unter einem Dach lassen sich nun nicht nur viele Synergien erzielen – beispielsweise indem die komplette Holzfertigung nach Paris verlagert wird. Zu diesem Zeitpunkt hält das Unternehmen auch ganz unterschiedliche Segmente für unterschiedliche Zielgruppen besetzt: Die gehobene Mittelklasse bei den Oboen und Klarinetten repräsentiert Kreul, die Oboen der Spitzenklasse und Konzertmeister kommen von Marigaux und speziell der Schülerbedarf wird durch Uebel abgedeckt. Diese Bündelung bedeutet freilich auch, dass Tübingen selbst zum kleinsten Standort wird und etwas ins Hintertreffen gerät. In der Konsequenz verbringt Joachim Kreul jetzt die meiste Zeit auf Reisen, in Flughallen oder in Staus nach Paris – denn als gelernter Kaufmann im zweiten Beruf ist er auch Vertriebsleiter und zuständig fürs Marketing der Instrumente in der Holding. Nach eineinhalb Jahren reiflicher Überlegung dann 1997 die besagte Zäsur aus freien Stücken: „Ich habe die Welt eingetauscht gegen 20 Quadratmeter Werkstatt – und es zu keinem Zeitpunkt bereut“, so Joachim Kreul heute.
Qualität aus Prinzip
Treu geblieben sind Joachim und Helga Kreul dem Prinzip, mit ihrem Namen für hochwertige, ausgesuchte Qualität einzustehen. „Wir führen ausschließlich Markenhersteller, No-Names gibt’s bei uns keine“, betont Helga Kreul. Und so werden auch heute noch die bedeutendsten Hersteller gehandelt, Namen, die jeden Berufsmusiker und ambitionierten Hobbymusiker schnell mit den Ohren schlackern lassen: Saxophone liefern Selmer France, Yanagisawa, Keilwerth und Yamaha, die Klarinetten kommen von Schreiber (Nauheim), Adler (Vogtland) und die Böhmklarinetten vom Weltmarktführer Buffet Crampon. Oboen schickt nach wie vor Marigaux, hinzu kommen die feinen Marken des kleinen italienischen Herstellers Bulgheroni. Speziell das Geschäft mit den Querflöten haben die Tübinger jüngst ausgebaut, erneut werden die Erfahrungen aus der Zeit des eigenen Querflötenbaus für den Fachhandel fruchtbar gemacht. Denn als Instrumentenbauer weiß Joachim Kreul ganz genau, woran eine gut gemachte Querflöte zu erkennen ist und er weiß, dass es eine echte Sisyphosarbeit sein kann, bis auch das letzte Polster optimal sitzt. Schüler, Studenden, Lehrer und Berufsmusiker – für alle Zielgruppen hält Kreul die passende Querflöte bereit. Yamaha deckt den Schülerbedarf ab, für die Mittelklasse und den gehobenen Anspruch stehen Miyazawa, Altus und Powell zur Wahl. Und im Panzerschrank wartet schon mal die Querflöte im Wert von 10.000 Euro darauf, zur Probe angespielt zu werden.
Zeichen setzen gegen einen Kulturgutverlust aus Finanznotständen
Sorgen bereitet freilich, dass die klassische Klientel zunehmend wegbricht. In Zeiten, wo die Stadträte landauf, landab den Rotstift wetzen und ihn zuallererst bei der Kultur ansetzen, geraten viele Musikschulen – und damit eine wichtige Klientel – in bedrohliche Schieflage. Junge Schüler und Erstspieler bekommen heute oft Musikinstrumente in die Hand gedrückt, die ihnen das Spielen nur verleiden und vergraulen können. Es wird mit überalterten Instrumentensätzen gearbeitet, weil keine Mittel für teure Neuanschaffungen zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass auch bei vielen Privathaushalten die Kassen leer sind – die Bereitschaft überhaupt in den Instrumentalunterricht zu investieren, nimmt merklich ab. Für Kreul ist das eine bedenkliche Entwicklung. Nicht nur, weil die Ausbildung des natürlichen Vermögens und des musikalischen Talents immer mehr in die Abhängigkeit vom Vermögen im Sinne der Barschaft gerät (was per se ein skandalon ist). Auch das Urteilsvermögen bezüglich der Qualität von Instrumenten und die kulturelle Weitergabe des musikalischen Wissens sehen Helga und Joachim Kreul hierdurch mittelfristig bedroht…

Nun widerspräche es dem schwäbischen Unternehmergeist, sich damit einfach zu begnügen oder – fatalistisch – den kulturellen Abwärtstrend als Naturgegebenheit schlechterdings hinzunehmen. Gegen den Trend setzt Kreul Zeichen, indem er die Idee des Miet-Instruments verwirklicht, womit er nicht nur bei Hobbymusikern und Eltern, sondern auch bei Musikvereinen und Musikschulen offene Türen einrennt. Zu günstigen Konditionen wird ein kompletter Miet-Service geboten, der auch die Versicherung des Instrumentes mit einschließt. Ganz wesentlich dabei: es werden ausschließlich nagelneue, ungespielte Instrumente erster Güte vermietet. Die Mindestlaufzeit des Mietvertrags beträgt sechs Monate, danach kann das ganze Procedere auch den Charakter einer Finanzierung annehmen. Denn bei einem späteren Kauf wird der zwischenzeitlich berappte Mietpreis zu 100 Prozent angerechnet.

Rechtzeitig die entscheidenden Weichen für die Zukunft gestellt

Kreul

02.12.2008 - Joachim Kreul, der Tübinger Großmeister des Holzblasinstrumentenbaus ist tot. Drei Jahre lang kämpfte er gegen den Krebs an – am Ende reichten die Kräfte des 55-Jäh­rigen nicht aus. Joachim Kreul starb am 17. September 2008. Gemeinsam mit seiner Frau Helga ist es ihm im letzten Lebensjahr aber gelungen, die Nachfolge zu regeln:
Das Musikhaus für Holzblasinstrumente geht gut aufgestellt in die vierte Generation.

Der Einschnitt, den Joachim Kreuls Tod bedeutet, ist groß. Und der Schmerz, den sein Fehlen dieser Tage in der Familie Kreul verursacht, ist greifbar und allgegenwärtig. Dass im Familienbetrieb in der Konrad-Adenauer-Straße gleichwohl alles seinen gewohnten Gang geht, mag als ein Indiz gelten für die hohe Professionalität, die dort an den Tag gelegt wird; aber genauso auch als ein Indiz dafür, dass die getroffene Nachfolge-Regelung greift: Joachim und Helga Kreul haben rechtzeitig alle entscheidenden Weichen in die Zukunft stellen können. „Die Zukunft der Werkstatt ist gesichert. Der Verkauf und die Vermietung gehen weiter. Und der Handel mit den bedeutenden Herstellern steht.“ Wenn Helga Kreul heute tapfer und offensiv betont, dass das etablierte Leistungsspektrum im vollen Umfang und in der gewohnten Qualität aufrecht erhalten werden kann, ist das viel mehr als ein bloßes Understatement. In dieser Aussage bekundet sich, was als Joachim Kreuls letzter Wille bezeichnet werden darf: Die Geschichte des Familienbetriebs geht weiter. Und sie verbindet sich ungebrochen mit ausgezeichneter Wertarbeit und hoher Serviceleistung im Metier der Holzblasinstrumente. Helga Kreul und Tochter Nicole Kreul im Handel sowie Günter Krahl als neuer Werkstattmeister setzen die Tradition des Musikhauses auf hohem Niveau fort.

Joachim Kreul: vom Weltreisenden zum Werkstattmeister

Seit der Firmengründung 1919 in der Pfleghofstraße steht das Musikhaus Kreul in Tübingen auf den zwei Säulen des Instrumentenbaus einerseits und des Instrumentenhandels andererseits. Während Großvater Hans als Geigenbaumeister und Bogenmacher bekannt wurde, kamen mit Vater Hans Kreul erstmals die Holzblasinstrumente nach Tübingen. Klarinetten, Oboen, Querflöten, Englischhörer – alles, was zur Gattung der Holzblasinstrumente gehört, wurde nach dem 2. Weltkrieg unter dem Markennamen Kreul produziert, ab 1956 in der Schwärzlochstraße. Von der Pike auf bis zu seinem Tod war auch Joachim Kreul mit den Holzblasinstrumenten verwachsen. Dabei hat Joachim Kreul von der Tübinger Provinz aus maßgeblich und federführend an der Weltgeschichte des Holzblas­instrumen­ten­baus mitgeschrieben. Bereits als 23-Jähriger legte er die Meisterprüfung im väterlichen Betrieb ab, jahrelang war er bundesweit der jüngste Meister seines Metiers. Im zweiten Beruf gelernter Kaufmann, übernahm Joachim Kreul als Vertreter der dritten Gene­ration 1980 die Führung des Familienbetriebs – da war er 27. Den Wandel vom 40 Mitarbeiter starken Tübinger Musikhaus zum Weltunternehmen ersten Ranges vollzog Joachim Kreul in zwei Etappen: 1986 kaufte er den Weltmarktführer im Oboenbau, Strasser-Marigaux in Paris. 1991, nach der Wende, stieg der damals 38-Jährige in eine Holding ein und übernahm mit der Firma Uebel einen der führenden Betriebe für Holzblas­instru­mente in Ostdeutschland. Die Zahl der Beschäftigten wuchs auf 140 an. Der Weltruf war freilich teuer erkauft. Als Vertriebsleiter der Holding verbrachte Joachim Kreul die meiste Zeit auf Reisen. Die vierköpfige Familie, der kleine Tübinger Standort und die eigene Werkstatt gerieten mehr und mehr ins Hintertreffen. Nach reiflicher Überlegung zog Kreul 1997 aus freien Stücken die Reißleine: Er verabschiedete sich aus der Holding und gründete gemeinsam mit Ehefrau Helga das Fachhandelsgeschäft und die Werkstatt für Holzblasinstru­mente in der Konrad-Adenauer-Straße neu. In den zurückliegenden elf Jahren bauten Joachim und Helga Kreul ihr Musikhaus zu einer führenden Adresse der Branche aus. „Ich habe die Welt eingetauscht gegen 20 Quadratmeter Werkstatt – und ich habe diese Entscheidung zu keinem Zeitpunkt bereut“, gab Joachim Kreul vor vier Jahren, im April 2004, zu Protokoll.

Im neuen Team: Werkstatt und Fachhandel bleiben eng verzahnt

„Drei Jahre lang haben wir einen Nachfolger für die Werkstatt gesucht. Im Sommer 2007 haben wir in Günter Krahl denjenigen gefunden, der genau zu uns passt“, sagt Helga Kreul heute. Seit Januar ist der Meister des Holzblasinstrumentenbaus täglich in der Werkstatt anzutreffen, einige Monate arbeitete er mit Joachim Kreul Seit an Seit. Der 46-Jährige ist im Tübinger Betrieb kein Unbekannter: Vor 22 Jahren ging er bei Joachim Kreul in die Lehre, ehe er 17 Jahre lang in einem Esslinger Musikhaus selbstständig die Werkstatt geführt hat. „Ich übernehme jetzt bei Kreul einen großen Kundenstamm“, sagt der passionierte Querflötist und Saxophonist, „und ich lege großen Wert darauf, die Tradition des Hauses hochzuhalten.“ Was unter Joachim Kreul zum guten Werkstatt-Ton dazugehörte, soll auch weiterhin gelten: Die Präzisionsarbeit in allen Instrumentengattungen, die Termintreue und der zuvorkom­mende Kundendienst. Ob der Meisterklarinettist auf die Schnelle eine Klappe für das abendliche Konzert gerichtet haben muss oder ob die Musikschülerin für ihr Oboenspiel bei „Jugend musiziert“ noch eine Korrektur am Instrument braucht – wenn Not an der Frau und am Mann ist, wird ein Auftrag auch zwischen rein geschoben.

Bereits seit 2005 arbeitet die jüngere Tochter, Nicole Kreul, im Familienbetrieb mit. Vor allem im Kundendienst und in der fachlichen Beratung bringt sie viel Erfahrung mit, wobei der gelernten Hotelfachfrau zugute kommt, dass sie selbst Klarinette und Saxophon spielt. In der Büroverwaltung und auch in den Verhandlungsgeschäften mit den Lieferanten ist die 27-Jährige mittlerweile firm und spielt ihre Rolle selbstbewusst. Und wenn es dann doch einmal klemmen sollte, springt auch die 29-jährige Tochter Sabine Kreul ein und hilft in der Büroverwaltung aus.

Helga Kreul führt im Musikhaus Regie. Nach erfolgter Weichenstellung setzt sie nun alles daran, dass die Geschäftsbeziehungen auf allen Ebenen weiterlaufen. Die Partnerschaften mit den einschlägigen Herstellern aus aller Welt werden aufrechterhalten, die Bestellungen laufen nach wie vor auf Hochtouren. Von Altus und Muramatsu kommen die hochwertigen Querflöten, Klarinetten schicken Schreiber, Adler, Yamaha oder Hüyng, Böhm-Klarinetten beziehen die Tübinger von Buffet Crampon. Saxophone kommen aus den Häusern von Selmer France, Yanagisawa, Keilwerth und Yamaha. Und für den Schülerbereich sind in allen Instrumentengattungen die namhaften Markenhersteller Vertragspartner. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die bewährte Form des Instrumenten-Leasings ihren Fortgang nimmt und dass alle bestehenden Mietverträge gültig bleiben: „Wir sind im Mietsystem mittlerweile bundesweit führend“, sagt Helga Kreul: „In jedem Bundesland gibt es Musiklehrer, die ihre Schüler direkt auf unser Tübinger Mietsystem verweisen.“ Der Clou bei der Sache: Die Monatsmieten für ein Musikinstrument werden aufsummiert und am Ende in voller Höhe, zu 100 Prozent also, auf den Kauf des selben oder eines neuen, höherwertigen Instruments angerechnet: Das Erlernen eines Musikinstruments soll auch in angespannten Zeiten möglich und erschwinglich bleiben.

AZUMI Flötentag in Tübingen

www.azumi.eu unter Azumi Aktionstage 2008

05.11.2008 - Der Name “Kreul“ in Tübingen ist verwachsen mit Holzblasinstrumenten!-
Helga Kreul, Tochter Nicole sowie Günter Krahl, als neuer Werkstattmeister,setzen diese Tradition des Musikhauses auf hohem Niveau fort. “Kreul“ steht für erstklassigen Instrumentenhandel und für eine hervorragende Reparaturwerkstatt.

So “trudeln“ an einem ganz gewöhnlichen Mittwochmorgen nicht nur Kunden aus der alten, romantischen Universitätsstadt Tübingen in den Geschäftsräumen der Konrad-Adenauer-Str. 11 ein, sondern auch viele Interessenten aus anderen Städten Süddeutschlands.
So geschehen beim AZUMI Aktionstag, der am 29.10.08 in der Zeit von 10:00 - 18:00 Uhr im Hause Kreul statt fand. Eltern, Pädagogen und Flötenschülerinnen aus Nah und Fern nahmen die Einladung gerne an, ihr Instrument vom Meister kostenlos überprüfen zu lassen und sich ausgiebig über die AZUMI Querflötenmodelle zu informieren.
Für alle Interessenten hat sich der Besuch gelohnt, denn neben dem kostenlosen Service des Hauses überraschte Albrecht Rabung vom AZUMI-Vertrieb die Besucher mit attraktiven Gastgeschenken in Form von CDs, T-Shirts u. v .m.

Neben hochwertigen, namhaften Profiflöten - wie z. B. ALTUS - finden die Musikinteressenten im Hause Kreul auch alle bewährten Marken aus dem "Non-Professional"-Bereich. "Kreul Tübingen" ist einer unserer autorisierten "AZUMI Testcenter", der ständig mindestens 10 AZUMI Querflöten zum ausgiebigen Test bereit hält. "Das Erlernen eines Musikinstrumentes soll auch in angespannten Zeiten möglich und erschwinglich bleiben!", sagt Helga Kreul ".... und bei AZUMI ist das eigentlich easy!"

Mieten statt Kaufen macht Sinn

Zeitschrift für Musikschule, Studium und Berufspraxis

05.06.2005 - Bei Joachim Kreul in Tübingen kann das Instrument auch ohne großes Budget finanziert werden. In der Universitätsstadt Tübingen gibt es ein kleines, aber feines Fachgeschäft, das sich auf den Handel und Service rund um Holz- und Blechblasinstrumente spezialisiert hat. Oboen, Fagotte, Klarinetten, Saxofone und Querflöten – die Adresse zieht Kunden aus der Region, aus dem Land und aus ganz Deutschland an. Auch schauen nicht nur Musikschüler herein, sondern genauso die Lehrerinnen und Lehrer von Musikschulen, Musikvereinen sowie Profimusiker. Der Grund: Hinter dem Fachgeschäft verbirgt sich ein ehemaliger Weltmarktführer im Holzblasinstrumentenbau. So gilt der Name Kreul in der Szene auch heute noch als einschlägiger Markenname im Oboen- und Klarinettenbau.

Mittlerweile haben sich der Holzblasinstrumentenmachermeister Joachim Kreul und seine Frau Helga Kreul ganz auf den Fachhandel spezialisiert. Und seit geraumer Zeit machen sie mit der Idee des Mietinstruments auf sich aufmerksam: Eine Art Leasing ermöglicht es, auf nageneuen, hochwertigen Instrumenten zu spielen, ohne dass gleich ein ganzer Sack voll Geld berappt werden müsste. Und die Miete kann auch als Mietkauf realisiert werden. Landauf, landab wetzen Stadträte und Verwaltungen den Rotstift, um ihn zuallererst bei der Kultur anzusetzen. Viele Musikschulen geraten in bedrohliche Schieflage – mit ernüchternden Folgeerscheinungen. Weil keine Mittel für teure Neuanschaffungen zur Verfügung stehen, wird vielerorts mit überalteten Instrumentensätzen gearbeitet. „Junge Schülerinnen und Erstspieler bekommen heute oft Musikinstrumente in die Hand gedrückt, die ihnen das Spielen nur verleiden und vergraulen können“, betont Helga Kreul. Was für die öffentliche Hand gilt, kann genauso für den Privathaushalt festgestellt werden: Die Haushaltskassen sind oft leer und die Bereitschaft, überhaupt in den Instrumentalunterricht zu investieren, nimmt merklich ab. Keine Frage: Wer dem Nachwuchs einen ordentlichen Unterricht auf einem brauchbaren Instrument angedeihen lassen will, braucht zunächst eines: Geld – und nicht zu knapp. Sorgfältig gearbeitete Instrumente sind Wertobjekte und auch den Instrumentalunterricht selbst muss man sich erst einmal leisten können. So ist für viele das Thema schon beendet, noch ehe es eigentlich begonnen hat.

Um einem Kulturgutverlust aus Finanznotständen entgegenzuwirken, haben die Kreuls in Tübingen eine Geschäftsidee entwickelt, die unter dem Motto stehen könnte: „Mieten statt Kaufen macht Sinn“. Damit rennen die Tübinger nicht nur bei HobbymusikerInnen und Eltern, sondern auch bei Musikvereinen, Musikschulen und Profis offene Türen ein.

Mit der Geschäftsidee der Instrumentenmiete haben Joachim und Helga Kreul zunächst AnfängerInnen im Blick. Denn in der Regel können die Eltern ja nicht wissen, ob das gewählte Instrument für Ihre Schützlinge tatsächlich das richtige ist, bei dem sie ein für allemal bleiben werden. Eine kostspielige Anschaffung kann da um so schneller in den buchstäblichen Sand gesetzt sein. Um dem vorzubeugen, bieten die Kreuls zu ansehnlichen Konditionen einen kompletten Mietservice, der die Versicherung des Instruments auch bei allen selbst verschuldeten Schäden mit einschließt. In jedem Fall wesentlich dabei: Es werden ausschließlich neue, ungespielte Instrumente erster Güte vermietet. Die Mindestlaufzeit eines Mietvertrages beträgt in der Regele sechs Monate. Dabei bleibt es dem Kunden zu jeder Zeit überlassen, ob er eine Kaufoption wahrnehmen will oder ob er die zwischenzeitlich gezahlte Miete des Erstinstruments zu 100 Prozent angerechnet haben will auf den Kauf eines höherwertigen Nachfolgemodells.

„Es gibt keine festen Fristen, innerhalb derer eine Entscheidung getroffen werden müsste“, betont Helga Kreul, „das Mietsystem ist völlig offen und flexibel.“ Bleibt das Kind beim einmal gewährten Instrument, kann es im Lauf der Zeit zum Beispiel die versilberte Einsteiger-Querflöte eintauschen gegen die Vollsilberkopfflöte und am Ende gegen die Vollrohrsilberflöte. „Viele geben ihr Instrument zurück sobald erste Reparaturen fällig werden – und mieten dann eben wieder ein neues, noch besseres Instrument“, so Helga Kreul. Das Instrumentarium des Mietsystems bei Kreul ist geeignet, einen kompletten Bläserklassensatz auszurüsten. So kann die ganze Klasse über zwei Jahre hinweg im Klassenverbund an Holz- und Blechblasinstrumenten unterrichtet werden, sodass im Endeffekt regelrechte Schulorchester entstehen.

Martin Müller

Präzision am Saxophon

Schwäbisches Tagblatt

01.10.2004 - übingen. Saxofourte – das ist Konventionen durchbrechender Präzisions-Sound. Das Saxofon-Quartett begeisterte am Samstagabend in der ausverkauften Kelter mit brillanter Technik und rhythmischem Gespür. Ein Erlebnis war die Interpretation der Badinerie aus Bachs h-moll-Suite: zunächst das Original in virtuosem Tempo, dann die Läufe leicht verswingt, schließlich verjazzt in immer freierer Gestaltung.

Das Quartett vereint klassische Literatur mit Jazz und Pop. In Tübingen spielten sie Stücke des spanischen Komponisten Joaquin Rodrigo, des Argentinieres Luis Borda und von William Gregory, Filmmusik von Michael Nyman, Kompositionen des Tange-Spezialisten Astor Piazzolla, des Ägypters Mohammed Basha, des gebürtigen Südafrikaners Isak Roux und von Frank Zappa. Themen variierten durch die Stimmen, die Saxofone hielten facettenreiche Zwiegespräche, gaben filigrane Soli, geschliffene Phrasierungen und hingehauchte Schlussakkorde.

Ein Höhepunkt nach der Pause waren einige Nummern von Frank Zappa: rhythmisch-explosiv, dann wieder brav wie ein Gesangverein im Choral mit kruden Läufen, sih gegenseitig befeuernd, schwungvoll tutend und sonor näselnd. Barion-Saxofonist Ralf Reischer führte durchs Programm, er ist wie Thomas Sälzle (Sopran-), Dieter Kraus (Alto-) und Simon Hanrath (Tenor-Saxofon) ein exzellenter Solist, die Ensemble-Leistung bestimmen immense Spielfreude und klangliche Geschlossenheit. Ein weiteres Glanzlicht waren drei Tangos von Astor Piazzolla mit wunderschön getragenen Passagen, in denen das Quartett wieder orchestrale Qualitäten zeigte. Für den begeisterten Applaus dankten die Musiker mit drei Zugaben.